ich hasse kunst in der natur!

natur ist sich selber genug und soll dem menschen auch genug sein. was wir noch von natur um uns finden können (ich sage bewusst nicht 'haben') hat keine menschliche zufügungen nötig. sie ist sichselbst - und für uns eine offenbarung die meist nicht wahr genommen wird.

kunst in der natur ist überheblich, arrogant - oder ignorant! wenn kunst etwas mit bewusst sein, bewusstseinsprozessen, bewusstwerdung (und ihrer kommunikation) zu tun hat - ist dann die natur nicht: bewusst sein?

dann ist es zeit für eine kulturelle wandlung, ein staunen und verehren an den rändern der wald- und feldwege.
als künstler möchte ich dann eine eiche pflanzen, dort ungefehr, wo bonifazius (auf für unsere geschichtliche entwicklung verhängnisvolle weise) eine umschlagen liess; dann möchte ich 'sanktuarien' einrichien und abgrenzen gegen jeden eingriff.
natur ist kunst.

eschenau januar 1993

source: herman de vries, 'ich hasse kunst in der natur!', written in 1993 for the exhibition 'gute hoffnung / ohne gegensätze, Kunstverein Ruhr, Essen; also published in to be : texte - textarbeiten - textbilder (Stuttgart 1995) 178-179. Translated in French and published in herman de vries (Anthèse : Arcueil 2000) 18.