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texts and contributions


was ist rational (1969/1995)

ich habe kein interesse daran, zu den konstruktivisten gerechnet zu werden. trotzdem will ich konstruktiv sein. aber manchmal ist destruktivität in gewisser weise eine konstruktive handlung. oft werde ich auf die 'ordnung' in meinem werk festgelegt. was ist ordnung? ordnung erscheint mir häufig als eine äußerst subjektive erfahrung, die man mit einer menge anderer teilt. daher habe ich kein interesse an ordnung. der titel meiner zeitschrift - integration - läßt manche, wie ich aus diskussionen weiß, an kompromisse denken. peinlich. aber denen, die das denken, will ich sagen, daß viel desintegration nötig sein kann, um zur integration zu kommen: die form von unordung zu erreichen, die zu einer optimalen 'lebbarkeit' führt und so wiederum ordnung zu sein scheint. diese ordnung ist eine form, besser gesagt eine struktur. sie verändert sich dauernd durch unsere dynamik, die dynamik, die uns am leben hält. daher bekommen jedesmal andere gedankenbilder und formen integrationswerte. denn integrieren müssen wir im richtigen augenblick, um zusammenleben zu können und gleichzeitig unsere dynamik zu behalten. um konstruktiv und rational handeln zu können, wann immer es die situation verlangt, müssen wir daher sagen "es lebe die desintegration" und "es lebe die revolution" und auch danach handeln.

1961-1970
1971-1980
1981-1990
1991-2000
2001-2010
2011 to present

bibliographic references

herman de vries, 'was ist rational', in to be : texte - textarbeiten - textbilder (Stuttgart 1995) 67. Originally published in Danish and Dutch in Ta'box n° 2 (Copenhagen 1969); Dutch version reprinted in exhibition catalogue herman de vries. werken 1954-1980 (Groninger Museum : Groningen 1980) 171.