herman de vries

texts and contributions


die eiche. wir werden dich niemals vergessen, wynfrith! (1995)

wynfrith me caesit - herman me recreavit, Joseph-Beuys-Ufer, Düsseldorf (2002)den beginn menschlicher kultur, das, was sich von reiner natur unterscheidet, erkennen wir an den hilfsmitteln, den ersten gerätschaften des menschen: der sichel, mit der man erntet, schneidet, nimmt; der schnur zum bündeln, sammeln, aufbewahren, mitnehmen; dem korb, dem beil.

die geschichte der menschlichen kultur wird begleitet von eingriffen in lebensräume, zunehmend mehr, als es uns ökologisch zukommt.

im mittelalter, während der entwicklung der städte, war deren existenz abhängig vom wald: zum hausbau, für große kultische gebäude, kirchen und kathedralen, für feuerholz zum kochen und heizen, für das handwerk und für die anfänge der industrie, aber auch zum masten der schweine (eicheln), für honig, den einzigen süßstoff, für die jagd, insbesondere auf kleinvogel und zum krautersammeln.

die kirchen beanspruchten einen großen anteil: allein für den dachstuhl der st. peterskirche in hamburg wurden 400 alte eichen verbraucht. beim bau der frauenkirche in münchen verarbeitete man ungefähr 20000 bäume, und woher kamen die millionen bäume, auf denen amsterdam gebaut ist?

more »


bibliographic reference

herman de vries, 'die eiche. wir werden dich niemals vergessen, wynfrith!', in to be : texte - textarbeiten - textbilder (Stuttgart 1995) 150-153. Reprinted in "Künstler" Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. herman de vries volume 40, cahier 31 (WB Verlag : München 1997) 14. Translated in French as 'le chêne. nous ne t'oublierons jamais, wynfrith!', in herman de vries (Anthèse : Arcueil 2000) 16.

IMAGE CREDITS
wynfrith me caesit - herman me recreavit
Joseph-Beuys-Ufer, Düsseldorf (2002)
photo Bruno Schneyer, Zeil am Main