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Ein Interview in Sachen "Zufall" (1966)

Magazin KUNST: einen sehr großen Raum in ihrer Arbeit nehmen die Zufallsprodukte, Sie nennen Sie »random-objectivations«, ein. Wie kann man diese Gesprächsweise erläutern?

De Vries: den Namen »random-objectivations« habe ich gewählt, weil die Objektivierung durch eine rein zufällige Behandlung des Materials ermittelt wird. Ich verwende dafür als Quelle des reinen, unpersönlichen Zufalls das Buch von Fischer und Yates »statistical tables for biological, agricultural und medical research«. Die Tabelle XXXIII »random numbers« in diesem Buche enthält 15.000 Zahlen, die noch den Gesetzen des Zufalls aneinander gereiht worden sind. Die Tabelle ist auf ihre »Zufälligkeit« wissenschaftlich geprüft. Man benutzt Sie z.B. bei der Auswahl von Versuchstieren, Versuchspersonen etc., um bei Experimenten den persönlichen Einfluß des Untersuchenden soweit wie möglich auszuschalten.

Bei der Verwirklichung meiner Kompositionen schlage ich diese Tabelle an irgend einem Punkt auf und fange dann an einem beliebigen Punkt der Reihe nach an zu lesen. Vorher habe ich jeder Zahl einen bestimmten »Wert« gegeben. Das bedeutet in diesem Zusammenhang eine bestimmte Farbe, eine Aufklebehandlung oder das Nachlassen davon. Treffe ich dabei dieselbe Zahl ein weiteres Mal, wird selbstverständlich derselbe Wert wiederholt.

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Alexander Baier, 'De Vries. Ein Interview in Sachen "Zufall"', in Kunst. Das deutsche Kunstmagazin. Vierteljahresschrift für Malerei, Grafik, Plastik. Berichterstattung für Museen, Sammler, Galerien Nr. 22-24 (1966) 388-390, 399-401 (ill.). Vernissage 6 (1966). Reprinted in herman de vries. to be. texte, textarbeiten, textbilder (Cantz : Ostfildern 1995) 47-53.