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- Die Kunst von herman de vries ist nicht im strengen Sinne vermittelbar, sondern nur anregbar, erweckbar - wie alle Impulse aus einem inspirierten Bewußtseinspotential, das uns gewissermaßen aus der Natur der Zukunft heraus anspricht. Die Antworten seiner Kunst führen direkt in die Wirklichkeit im 'here and now' mit der Frage, ob wir die eigene Forschungskapazität derart sinnvoll gewichten, um das künftige Bild der Erde durch kreatives Handeln bewußt gestalten zu können. ln seinem Werk begegnen wir Hypothesen und systematischen Verhaltensweisen, um auf subtile Weise das Leben selbst erhebend zu bestimmen und für harmonische Gesetze im weiteren Zusammenleben zu sorgen. Das Kunstwerk wird im Sammeln, Erforschen und Bewahren sozusagen zu seiner zweiten Natur, "zum gedächtnis dem, was vergessen ist".
- Einer methodischen Detailgenauigkeit seines komplexen Werkes kommt hier ein auf Integration ausgerichteter Resonanzboden für das ganze Sein entgegen, wird in der vielschichtigen, prozessual sich entfaltenden Versammlung und Sammlung des Lebenswerkes in nun schon mehr als 40 Jahren eine wirksam und spurbare 'Metamatrix' erzeugt, die es im heutigen wissenschaftlichen Denkansatz noch gar nicht oder schon nicht mehr gibt, die es aber geistig zu schützen und bewahren gilt. Über das rationale Begriffsvermögen hinaus lassen sich in den vielseitig aufeinander bezogenen Umwandlungen von Erscheinungsbild und Kunstpräsentationen im Werk von herman de vries deutliche Strukturen ablesen, die das vergangene, mechanisch dualistische Verhältnis von Ursache und Wirkung abgelöst haben und im Hinblick auf noch unbekannte Sensibilitätszonen menschlicher Existenz offene Wege provozieren. Diese können wie bei einem geomorphen Erdrutsch starre Verhaltensweisen aufbrechen und völlig neue, lebendige Kommunikationsformen in Gang setzen.
- herman de vries ist im Denken und Sein von Anbeginn an ein kontrollierter Grenzgänger - 'mind-moving' in allen Bereichen seiner differenzierten Kreativität, die sich gerade dadurch auszeichnet, daß sie ihre Beziehungen in den Grenzen, Randbereichen und Nischen sieht - da er sich den stärksten Partner als Herausforderung gesucht hat: die Kultur der Natur selbst, die in ihrem Kreislauf keinen Anfang und kein Ende der Ereignisse kennt. So besitzt seine Kunst den 'Fokus' - den die Erde und ihre Gestaltungskräfte durchdringenden Blick - für die Geheimnisse elementaren Zusammenspiels im organisch eingebundenen Gesetz und dem Bewußtsein für Gedanken, die Materie schaffen, und weit darüber hinaus. Dabei geht es nicht um eine vordergrundige Ästhetik, sondern um die Klärung und Vertiefung der im Zeitvollzug wirkenden Bewußtseinsintensität vor dem Beziehungskontext am Ort und mit dem Hintergrund der gegebenen kulturellen oder auch geografischen Situation im wechselseitigen Austausch. [continued >>>>}
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- 1997: 'Über herman de vries. Grenzüberschreitungen : nicht Raupe bleiben, Schmetterling werden', in Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst 40, Cahier 31 (1997) 16 pp. (ill.).
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- Hannah Weitemeier, 'Über herman de vries. Grenzüberschreitungen : nicht Raupe bleiben, Schmetterling werden', in Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst 40, Cahier 31 (1997) 16 pp. (ill.).